Heime und Tagespflege gesendet am 14.05.2020

Newsletter der Gesundheitsdienste 03/2020

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen gehören zur Risikogruppe. In unserem Newsletter finden Sie wichtige Tipps und Hinweise für die Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen, ambulant betreuten Wohnformen sowie Besucherinnen und Besucher der Tagepflege.

Bleiben Sie gesund.
Ihre Gesundheitsdienste des Landkreises Northeim

 

Neue Niedersächsische Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vom 8. Mai, am 11. Mai in Kraft getreten

Sie finden die Verordnung auf der Internetseite des Landes Niedersachsen zum downloaden, einen Link finden Sie am Ende des Newsletters.

In den für Sie als Einrichtungsbetreiber relevanten §§ 2 a und 2 b der Verordnung finden Sie u.a. Besuchs- und Betretungsregelungen für Heime und unterstützende Wohnformen, Aussagen zur Notbetreuung in Tagespflegeeinrichtungen, Hinweise zur Neuaufnahme in Heimen und unterstützenden Wohnformen sowie zum Verlassen der Einrichtung.

Was sind die wichtigsten Kernaussagen?

  • Das Besuchsverbot bleibt bestehen. Wie bisher kann das Gesundheitsamt zum Zweck des Besuchs von Bewohnerinnen und Bewohnern jedoch Ausnahmen auf Grundlage eines von der Einrichtung vorzulegenden Hygienekonzepts zulassen.
  • Es werden die Personengruppen, für die die Einrichtung Ausnahmen vom Besuchs- und Betretungsverbot zulassen kann, benannt. Mit Erlass des Niedersächsischen Sozialministeriums, eingegangen am 8. Mai 2020, wird nochmals klargestellt, dass „in Heimen weder mobile Frisörinnen und Frisöre tätig werden dürfen, noch dürfen die in diesen Einrichtungen befindlichen Frisörsalons geöffnet werden.“
  • Die Untersagung des Betriebs von Einrichtungen der Tagespflege bleibt auch weiterhin bestehen. Ausnahmen, d.h. Notbetreuungen in Einzelfällen und kleinen Gruppen, sind möglich für Tagespflegegäste, deren Angehörige in sog. kritischen Infrastrukturen tätig sind bzw. in besonderen Härtefällen. Eine darüber hinausgehende Ausweitung der Notbetreuung in der Tagespflege ist aktuell noch nicht datiert, diese Frage wird noch bearbeitet.
  • Neuaufnahmen sind auch weiterhin nur dann möglich, wenn für den Zeitraum von 14 Tagen ab der Aufnahme die neuen Bewohnerinnen und Bewohner in Quarantäne untergebracht werden. Das Gesundheitsamt kann Ausnahmen zulassen, wenn z.B. unmittelbar vor der Aufnahme in die Einrichtung die erforderliche Quarantäne bereits im Krankenhaus oder einer anderen Einrichtung eingehalten wurde.
  • In Heimen für Menschen mit Behinderungen sind Isolations- und Quarantänebereiche zu bilden, die Zahl der belegbaren Plätze ist dem Gesundheitsamt zu melden (Details hierzu finden sich in § 2 b Abs. 1 Sätze 2 bis 4 der Verordnung).
  • Die Betreiberinnen und Betreiber der Einrichtungen sollen die Bewohnerinnen und Bewohner nach wie vor anhalten, die Einrichtung und das dazugehörige Außengelände nicht zu verlassen.

Wie sieht es mit einer möglichen Lockerung des Besuchsverbots aus?

Es ist davon auszugehen, dass es bereits mit der nächsten Verordnung zu einer solchen Lockerung kommen könnte.

Hintergrund ist, dass sowohl die Bundeskanzlerin als auch der Niedersächsische Ministerpräsident dieses in der vergangenen Woche angekündigt hatten. Hiernach sollten die Bewohnerinnen und Bewohner die Möglichkeit erhalten, eine feste Bezugsperson für Besuche benennen zu können. In der aktuell geltenden Verordnung wurde dies jedoch noch nicht aufgegriffen.

Dazu hat das Niedersächsische Sozialministerium in einer Pressemitteilung vom 9. Mai 2020 Folgendes mitgeteilt:

„Bereits seit dem 17. April ist der Besuch von Angehörigen und Freunden in Alten- und Pflegeheimen sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen möglich. Bedingung dafür ist jedoch, dass die Heimleitungen dem örtlichen Gesundheitsamt ein entsprechendes Hygienekonzept vorlegen. Einige Heime haben dies bereits getan und Besuche damit möglich gemacht haben. Allerdings haben viele Heimleitungen der Landesregierung mitgeteilt, dass sie mit der Umsetzung noch nicht weit genug seien. Daher können in Niedersachsen Einzelbesuchsrechte für Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen noch nicht umgesetzt werden.“

Wie habe ich mich als Einrichtungsbetreiber auf die Ermöglichung der Einzelbesuchsrechte vorzubereiten?

Es wird dringend empfohlen, schon jetzt mit der Erstellung eines Hygienekonzepts zu beginnen, damit nach Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung diese Besuche schnell ermöglicht werden können. Das Hygienekonzept muss sicherstellen, dass das Infektionsrisiko für die Bewohnerinnen und Bewohner so gering wie möglich gehalten wird. Das Recht auf wiederkehrende Besuche von einer ausgewählten Person besteht, sofern es keine nachgewiesenen COVID-19-Fälle in Ihrer Einrichtung gibt.

 

Hinweise des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes vom 12. Mai 2020 zu Maßnahmen der Infektionsprävention bei COVID-19 in Pflege- und Behinderteneinrichtungen

Sie finden die Hinweise auf der Internetseite des Landesgesundheitsamtes, einen Link finden Sie am Ende des Newsletters. 

Die aktuellen Hinweise enthalten gegenüber der vorangegangenen Handreichung u. a. die folgenden, z.T. neuen Kapitel:

  • Es wird ausführlich beschrieben, wie eine Einrichtung auch unter den derzeitigen Bedingungen ohne Probleme Neuaufnahmen durchführen kann. Die Einrichtungen in Niedersachsen sind aufgerufen, unter Beachtung der genannten Kriterien weiterhin Pflegebedürftige bzw. Menschen mit Unterstützungsbedarf aufzunehmen!
  • Es wird aufgeführt, wie bereits im Krankenhaus mit praktikablen Mitteln bis zur Entlassung die Quarantänevoraussetzungen erfüllt werden können, so dass diese nicht mehr von den aufnehmenden Einrichtungen abgeleistet werden müssen.
  • Enthalten sind in Abschnitt 5 zudem die Kriterien für die Erstellung eines Hygienekonzepts zur Ermöglichung von Besuchen.

 

An- und Ablegen persönlicher Schutzausrüstung

Ein Lehrvideo der Universitätsmedizin Göttingen zum An- und Ablegen persönlicher Schutzausrüstung sowie zum Durchführen eines Corona-Rachenabstrichs finden Sie auf youtube und am Ende des Newsletters.

 

Verdächtige Zertifikate

Hinweise zu verdächtigen Zertifikaten für Atemschutzmasken finden Sie auf der Internetseite des Dr. Curt Haefner-Verlags.





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