Heime und Tagespflege gesendet am 16.06.2020

Newsletter der Gesundheitsdienste 07/2020

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen gehören zur Risikogruppe. In unserem Newsletter finden Sie wichtige Tipps und Hinweise für die Bewohnerinnen und Bewohner von Heimen, ambulant betreuten Wohnformen sowie Besucherinnen und Besucher der Tagepflege.

Bleiben Sie gesund.
Ihre Gesundheitsdienste des Landkreises Northeim

 

Hinweise zum Schutz von Pflegebedürftigen in Heimen zu den Themen Besuche, Ausgänge, (Neu)Aufnahmen und Demenz

Angesichts vieler Rückmeldungen, wonach die Themen Besuche und Ausgänge in den Einrichtungen sehr unterschiedlich gehandhabt werden, sowie aufgrund der geänderten Verordnungslage hat das Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (MS) gemeinsam mit dem Nds. Landesgesundheitsamt (NLGA) die Hinweise zu Maßnahmen der Infektionsprävention bei COVID-19 in Pflege- und Behinderteneinrichtungen grundlegend ergänzt und aktualisiert. 

Die folgenden wesentlichen Ergänzungen sind in die Hinweise zu Maßnahmen der Infektionsprävention bei COVID-19 in Pflege- und Behinderteneinrichtungen aufgenommen worden:

  • Das Kapitel „Besuche und zeitweiliges Verlassen der Einrichtung“ wurde neu gefasst. Es enthält u.a. diese klare Botschaft an die Einrichtungen: Bewohnerinnen und Bewohner haben das Recht, unter Wahrung des Infektionsschutzes Besuch zu empfangen und die Einrichtung zu verlassen. Das Hygienekonzept ist so zu gestalten, dass regelmäßige Besuche (jeweils von einer Person) und Ausgänge möglich sind und in zumutbarer Form durchgeführt werden können. Das heißt, dass es beispielsweise nicht zur Limitierung der Zeitspanne im Minutenbereich, zu großen Abständen wie "nur einmal wöchentlich" oder zu einer durchgehenden "Überwachung" der Besuche durch Beschäftigte kommen soll. Intention der Verordnung ist also, dass die Hygienekonzepte so zu erstellen sind, dass Besuche und Ausgänge unter Infektionsschutzauflagen regelmäßig stattfinden können und nicht seitens der Einrichtungen auf ein Minimum reduziert werden (sofern es keine aktuellen COVID-19-Fälle in der Einrichtung gibt). Insbesondere Einrichtungen mit beengten räumlichen Verhältnissen bzw. hohem Doppelzimmer-Anteil ist zu empfehlen, das Außengelände für Besuche zu nutzen.
  • Das Muster-Hygienekonzept am Ende der Handreichung umfasst nun auch Empfehlungen für Ausgänge der Bewohnerinnen und Bewohner. So sollten Bewohnerinnen und Bewohner, die das Einrichtungsgelände zeitweilig verlassen möchten (z.B. für einen Spaziergang im Park), u.a. auf mögliche Infektionsrisiken und deren Auswirkungen hingewiesen und zur Einhaltung der genannten Hygieneregeln angeleitet werden.
  • Unter Punkt 2.2 wird darauf hingewiesen, dass die Neuaufnahme aus dem häuslichen Umfeld oder aus dem Krankenhaus mit überschaubarem Aufwand durchgeführt werden kann, sofern es keine Hinweise auf eine mögliche Infektion gibt: Die  Leitung der Einrichtung muss für einen Zeitraum von 14 Tagen sicherstellen, dass die/der bei Aufnahme symptomfreie Bewohnerin/Bewohner zu anderen Bewohnerinnen/Bewohnern den Mindestabstand > 1,5 - 2 m einhält und auf Symptome, die mit COVID-19 vereinbar sind, beobachtet wird. Bei Auftreten von Symptomen ist die Bewohnerin/der Bewohner umgehend zu isolieren und eine Abklärung auf COVID-19 zu veranlassen.
  • Schließlich gibt das Muster-Hygienekonzept Hinweise zur Durchführung von Besuchen bei Menschen mit Demenz oder erheblichen Behinderungen, die über eine Kontaktaufnahme mit 1,50 Meter Abstand oder verdecktem Gesicht nicht zu erreichen sind. Der Mindestabstand kann demnach in medizinisch begründeten Ausnahmefällen unterschritten werden, etwa weil auf anderem Wege die Kontaktaufnahme zu einer Bewohnerin bzw. einem Bewohner mit Demenz oder einer erheblichen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht möglich ist. Hier wird empfohlen, basierend auf einer Risikobewertung des Einzelfalls durch die Einrichtungsleitung und den behandelnden Arzt besondere Schutzmaßnahmen vorzunehmen, die im Muster-Hygienekonzept exemplarisch genannt sind.

Die oben genannte COVID-19-Handreichung für Heime (Stand 12. Juni 2020) und das Musterkonzept für Besuche in Einrichtungen und das zeitweilige Verlassen durch die Bewohnerinnen und Bewohner finden Sie am Ende des Newsletters.

Hinweise zu Maßnahmen der Infektionsprävention von COVID-19 in Einrichtungen der Tagespflege

Die Hinweise für Tagespflegeeinrichtungen wurden überarbeitet, damit die Symptomabfrage/-überprüfung in der Praxis praktikabler wird (z.B. Einfügung einer Alternative zur Symptomabfrage durch den Fahrdienst).

Zudem kündigt das MS an, dass es - vorbehaltlich der weiteren Entwicklung der Pandemie und der abschließenden Entscheidungsfindung der Landesregierung - mit der nach derzeitiger Planung zum 23. Juni 2020 in Kraft tretenden Änderungsverordnung eine neue Regelung für die Tagespflege-Einrichtungen geben soll: Demnach soll die Beschränkung des Betriebs auf maximal 50 Prozent der Kapazität wegfallen – die Frage, wie viele Tagespflegegäste empfangen werden können, würde sich dann allein danach richten, bei wie vielen Personen weiterhin der Infektionsschutz gewahrt und das Hygienekonzept umgesetzt werden können, also ob z.B. der erforderliche Mindestabstand eingehalten wird.

Den Link zu den COVID-19-Hinweisen Tagespflege (Stand 12. Juni 2020) finden Sie am Ende des Newsletters.



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