Die Auszeichnung wird von der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Northeim verliehen.
Der Gebäudebereich verursacht jährlich rund 30 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Durch eine Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude kann der Ausstoß erheblich verringert werden.
Für die Verleihung der Grünen Hausnummer konnten vom 1. September bis 12. Oktober Bewerbungen eingereicht werden. Insgesamt gingen 13 Bewerbungen ein. Energieberater Jannis Brünjes, Energieeffizienz-Experte der Verbraucherzentrale Niedersachsen, prüfte die Unterlagen und insbesondere die Nachweise zu den Effizienzstandards. Sechs Bewerbungen erfüllten die Kriterien. Für die Auszeichnung muss entweder ein Effizienzhausstandard erreicht oder jede Einzelmaßnahme gemäß den Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau („Energieeffizient Bauen und Sanieren“) bzw. des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle („Heizen mit erneuerbaren Energien“) umgesetzt worden sein.
Alle ausgezeichneten Gebäude sind Bestandsbauten aus den Jahren 1870 bis 1978, die umfassend energetisch saniert wurden. Um die Effizienz zu steigern, wurden unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt, darunter Dämmungen an Fassade, Dach, Keller- oder Geschossdecke, der Austausch bzw. die energetische Ertüchtigung der Fenster sowie moderne Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien. Teilweise kommt zusätzlich Photovoltaik zum Einsatz. Nicht jedes Gebäude erhielt alle Maßnahmen, aber in jedem Fall wurde ein wesentlicher Teil der energetischen Verbesserungen umgesetzt.
Durch die Sanierungen erreichten die Gebäude die Effizienzhausstandards 55 EE, 70, 70 EE und 100. Die Zahlen geben an, wie viel Primärenergie das Gebäude im Vergleich zu einem Referenzgebäude benötigt (z. B. 55 % bei Effizienzhaus 55). Effizienzhaus 100 entspricht dem energetischen Neubaustandard. Das Kürzel „EE“ („Erneuerbare Energien“) zeigt an, dass ein definierter Anteil der Energieversorgung über erneuerbare Quellen erfolgt.
Martina Rode, Fachbereichsleiterin Kreis- und Regionalentwicklung des Landkreises, betonte während der Verleihung im Northeimer Kreishaus die Wichtigkeit des Klimaschutzes und hob hervor, dass dem Gebäudebereich als großes Handlungsfeld dabei eine Schlüsselrolle zukomme. Sie dankte allen Teilnehmenden für ihre Bewerbungen und gratulierte zu den erzielten Erfolgen.
Die erfolgreichen Bewerberinnen und Bewerber haben eine individuelle Grüne Hausnummer zum Anbringen an ihrem Haus und eine Urkunde erhalten. Ausgezeichnet wurden Andreas Fritsch und Andrea Fritsch-Kobisch (Northeim), Bernhard Bülk, (Hardegsen), Simone und Sebastian Harms (Moringen), Johannes Martynkewicz (Katlenburg-Lindau) sowie Jochen Heynold und Gabriele Bauer mit zwei Gebäuden (Northeim). Im Anschluss an die Verleihungen gab es Anhand von aufgehängten „Steckbriefen“ der Gebäude einen regen Austausch über Möglichkeiten zur energetischen Sanierung. Allen, die ihr Gebäude ebenfalls auf einen guten Stand bringen möchten, riet Heynold, sich einen Energieberater zu suchen, der kompetent über die staatlichen Förderungen und die passende Beheizungsart berät. Wichtig seien auch eine gute Planung und die richtigen Handwerker.
Einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme für energetische Bau- und Sanierungsmaßnahmen gibt es auf der Homepage der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen unter www.klimaschutz-niedersachsen.de/foerderprogramme/hauseigentuemer.
Informationen zum Energiesparen finden sich auf der Homepage der Verbraucherzentrale Niedersachsen unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/energieberatung.
Eckhard Senger vom Landkreis Northeim hat Jochen Heynold gesprochen, der eine "Grüne Hausnummer" erhalten hat: