Beide Bereiche haben sich im Rahmen eines Pressetermins am Montag, 19. Mai 2025, vorgestellt.
UMG: Behandlung von psychischen Erkrankungen in der Region verbessern
In Deutschland nehmen psychische Erkrankungen stetig zu. Trotzdem bestehen häufig Versorgungslücken, insbesondere in ländlichen Regionen. Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen. Mit der Eröffnung einer klinikübergreifenden psychiatrischen Versorgungseinheit im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim soll die Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen verbessert, regionale Versorgungslücken geschlossen und eine nahtlose, patientenzentrierte Behandlung auf universitärem Niveau gewährleistet werden. Menschen in Bad Gandersheim und Umgebung profitieren von einer verbesserten, schnelleren und umfassenderen Behandlung. Die enge Vernetzung der Angebote trägt dazu bei, Wartezeiten zu reduzieren und Doppeluntersuchungen zu vermeiden. Die Behandlungen erfolgen ambulant und tagesklinisch, was den Alltag der Betroffenen erleichtert und vollstationäre Aufenthalte reduziert.
Das Konzept der Versorgungseinheit basiert auf einer engen Zusammenarbeit von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der UMG. Darüber hinaus sind auch ambulante Dienste und weitere regionale Kooperationspartner aus dem Gesundheitswesen involviert. Bei dem integrativen Modell sind ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote nahtlos miteinander verzahnt. Den Betroffenen soll eine kontinuierliche Betreuung geboten werden, die individuell auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Das interdisziplinäre Team, bestehend aus Psychiaterinnen und Psychiatern, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Pflegefachpersonen und weiteren Fachkräften, arbeitet gemeinsam an ganzheitlichen Behandlungskonzepten.
„Die psychiatrische Versorgungseinheit im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim ist ein wegweisendes Beispiel, wie die vom Bund verabschiedete Krankenhausreform in die Praxis umgesetzt wird. Die Universitätsmedizin Göttingen bringt ihre Expertise und Erfahrung auf dem psychiatrischen Gebiet als Maximalversorger mit ein, um Behandlungsmöglichkeiten in ländlichen Raum zu erweitern und die Kontinuität der Versorgung zu verbessern. Damit möchten wir die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten nachhaltig steigern“, sagt Prof. Dr. Lorenz Trümper, Vorstand Krankenversorgung der UMG.
Priv.-Doz. Dr. Claus Wolff-Menzler aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UMG ist ärztlicher Leiter der Außenstelle Bad Gandersheim. Er betont: „Unser Ansatz ist es, die Versorgung patientennah zu gestalten, damit diese schnell Hilfe erhalten und darüber hinaus auch während des gesamten Behandlungsprozesses begleitet werden. Die enge Vernetzung verschiedener Fachbereiche ist dabei der Schlüssel und folgt dem Grundsatz: Alles aus einer Hand.“
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Frühinterventions- und Präventionsangeboten. Durch gezielte Programme sollen psychische Erkrankungen frühzeitig erkannt und behandelt werden, damit sie nicht chronisch werden. Dr. Henrik Uebel-von Sandersleben, Leiter (komm.) der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der UMG, fungiert als Koordinator des Schwerpunktes Transitionspsychiatrie. Er erklärt: „Frühzeitiges Eingreifen ist essenziell, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Unser Ziel ist es, die Betroffenen durch vorbeugende Maßnahmen bestmöglich zu unterstützen und Rückfälle zu minimieren.“ Die Versorgungseinheit legt zudem großen Wert auf eine patientenzentrierte Betreuung. Ihre Einbindung sowie die der Angehörigen soll die Akzeptanz und Wirksamkeit der Behandlung erhöhen. Digitale Unterstützung durch Telemedizin- und E-Health-Lösungen ermöglicht flexible Betreuung und erleichtert den Zugang zu Fachwissen, insbesondere in ländlichen Regionen.
Zudem werden individuelle sektorübergreifende Unterstützungsangebote bereitgestellt, um die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern und die langfristige Stabilität der Patientinnen und Patienten zu fördern. Dr. Wolff-Menzler betont abschließend: „Mit diesem innovativen Ansatz wollen wir nicht nur die Versorgung verbessern, sondern auch das Bewusstsein für psychische Gesundheit in der Region stärken. Von der neuen Versorgungform können wir für die Zukunft viel lernen und eine Weiterentwicklung vorantreiben.“
Filiale des Sanitätshaus Deppe im BürgerGesundheitsPark
Neben der psychiatrischen Versorgungseinheit der UMG wird das Angebot des BürgerGesundheitsParks durch eine Filiale des Sanitätshaus Deppe ergänzt. Die bisherige Filiale in Bad Gandersheim ist an den neuen Standort im BürgerGesundheitsPark umgezogen.
„Der BürgerGesundheitsPark ist in Bad Gandesheim der zentrale Punkt für medizinische Versorgungen. Wir legen großen Wert darauf, nah an unseren Kunden zu sein. Darum haben wir uns dafür entschieden mit unserer Bad Gandersheimer Filiale in den BürgerGesundheitsPark umzuziehen“, so Philipp Deppe.
Das Sanitätshaus Deppe ist ein Familienunternehmen aus Northeim, das 1992 gegründet wurde. Seit 2024 wird das Unternehmen von Philipp Deppe, Orthopädietechnikmeister, geführt, der damit von seiner Mutter, Elke Deppe-Stark, die Unternehmensleitung übernommen hat. Zum Sanitätshaus Deppe gehören drei Filialen in Northeim, eine Filiale in Hann. Münden sowie die nun im BürgerGesundheitsPark angesiedelte Filiale in Bad Gandersheim. Das Sanitätshaus Deppe beschäftigt insgesamt mehr als 60 Mitarbeitende.
Zum Leistungsspektrum des Sanitätshauses gehören unter anderem Reha-Technik, Orthopädietechnik, Orthopädieschuhtechnik, Pflegehilfsmittel sowie Bandagen, Kompressionstherapie und Alltagshilfen.
Am neuen Standort im Bürgergesundheitspark können Kundinnen und Kunden nicht nur auf das gewohnte Serviceangebot des Sanitätshauses Deppe zählen, sondern profitieren auch von der engen Zusammenarbeit mit weiteren Gesundheitsdienstleistern.
BürgerGesundheitsPark bündelt Gesundheitsangebote
Mit dem BürgerGesundheitsPark wird Schritt für Schritt eine moderne und wohnortnahe sektorenübergreifende Gesundheitsinfrastruktur für Bad Gandersheim und Umgebung geschaffen. „Ich freue mich sehr, dass der BürgerGesundheitsPark stetig wächst. Die Eröffnung der psychiatrischen Versorgungseinheit der UMG ist ein weiterer bedeutender Meilenstein, ebenso die Eröffnung der Filiale des Sanitätshaus Deppe. Was hier im BürgerGesundheitsPark gelingt, ist beispielhaft für die bundesweite Krankenhausreform: Eine enge Zusammenarbeit verschiedenster Akteure im Gesundheitswesen und medizinische, pflegerische und therapeutische Leistungen unter einem Dach – nah an den Menschen und abgestimmt auf ihre Bedürfnisse“, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel.
Der BürgerGesundheitsPark wird sein Angebot auch zukünftig erweitern. Bisher sind rund 100 Arbeitsplätze im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim entstanden, was auch zur Stärkung der Region beiträgt. Für Juli 2025 ist zunächst die Eröffnung einer Tagespflege sowie einer kardiologischen Praxis geplant. Perspektivisch steht laut der Geschäftsführung die Einrichtung einer Kindertagesstätte, einer solitären Kurzzeitpflege, einer Gemeinschaftspraxis für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeut*innen sowie weitere Angebote aus dem Bereich Pflege und Gesundheit auf der Agenda. Interessentinnen und Interessenten können sich an die Geschäftsführerinnen des BürgerGesundheitsPark, Claudia Berger und Amelie Masemann, wenden (Tel.: 05382-7020).
Informationen rund um die Angebote im BürgerGesundheitsPark Bad Gandersheim sind online unter www.buergergesundheitspark.de zu finden.