Abgesehen von wenigen kleinen Gebieten im südlichen Teil der Weper liegt das größte Vorkommen des Bergsteppenfenchels im Steinbruchgelände der Firma August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH. Da dieser Bereich bald abgebaut wird, wurden die Pflanzen in einen bereits stillgelegten und rekultivierten Teil des Steinbruchs umgesetzt.
Diese Aktion war Teil einer Vielzahl von Maßnahmen zur Erhaltung des seltenen Vorkommens, zu denen auch das regelmäßige Entfernen von Gehölz im südlichen Teil der Weper gehört. Dort hat der Experimentelle Botanische Garten Göttingen zudem bereits vorgezogene Jungpflanzen ausgebracht.
Bereits im Frühjahr hatte ein Fachgremium zwei geeignete Ausweichstandorte ausgewählt. Beteiligt waren Vertreter*innen vom Artenschutz des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Niedersächsischen Landesforsten, des Experimentellen Botanischen Gartens der Universität Göttingen, der Ökologischen Station Solling-Vogler sowie dem Landkreis Northeim als Untere Naturschutzbehörde.
Beide Flächen befinden sich im Eigentum des Forstamts Dassel der Niedersächsischen Landesforsten, die diese langfristig für den Schutz des Bergsteppenfenchels zur Verfügung stellen. Anfang Oktober hat Abbaubetreiber August Oppermann die Areale vorbereitet und von Bewuchs befreit.
Um sicherzugehen, dass das genetische Potenzial der Art erhalten bleibt, werden außerdem Samen gesammelt und in Kooperation mit dem Botanischen Garten der Universität Osnabrück und dem Experimentellen Botanischen Garten der Universität Göttingen archiviert. Dieses Material kann in Zukunft einen wertvollen Beitrag zum Fortbestand des Bergsteppenfenchels in Deutschland leisten.